Hoher Kontrast Grafische Version

Pressearchiv

Nachtdienst gestrichen: Am Krankenhaus in Meran werden die Nachtdienste der Fachärzte in der Ersten Hilfe rationalisiert. Betroffen ist jetzt der orthopädische Dienst. Sparmaßnahme oder Optimierung?

Nachtdienst gestrichen
Am Krankenhaus in Meran werden die Nachtdienste der Fachärzte in der Ersten Hilfe rationalisiert. Betroffen ist jetzt der orthopädische Dienst. Sparmaßnahme oder Optimierung?
von Hannes Senfter

Nachdem der kardiologische aktive Nachtdienst eingeschränkt worden ist, wird nun auch der aktive Nachtdienst für die Orthopädie gestrichen. Es wird die Versorgung in den Nachtstunden statt von den bisherigen drei Fachärzten, die im aktiven Dienst waren, nur noch von zwei Fachärzten abgedeckt. Aus Sparmaßnahmen, behaupten die Freiheitlichen, Landesrat Richard Theiner bezeichnet es hingegen als eine Optimierung. Für den Gesundheitssprecher der Freiheitlichen, Peter Lechner, ist dies überhaupt nicht nachvollziehbar. Lechner spricht davon, dass die insgesamt 54 Fachärzte die Situation überhaupt nicht akzeptieren würden und auch einen Protestbrief an die Meraner Sanitätsverwaltung gerichtet hätten. „Klar ist, dass ich diese Sparmaßnahmen als Arzt und Gesundheitssprecher der Freiheitlichen aufs Schärfste kritisiere, ja, sogar für gefährlich in Bezug auf die Sicherheit der Meraner Bürger halte und den zuständigen Landesrat Theiner auffordere, diese Maßnahme unverzüglich zu revidieren“, sagt Lechner zur Schließung. Für ihn ist die Situation ganz klar, so dass die Streichung des Nachtdienstes direkt in Verbindung mit der Einrichtung der Abteilung für Komplementärmedizin stehe und die finanzielle Abdeckung der Abteilung auf Kosten anderer Dienste gehen müsse. „Die Besetzung des Nachtdienstes steht in keinem Zusammenhang mit dem neuen Dienst für Komplementärmedizin oder damit, dass dem Gesundheitsressort das Geld ausgeht“, antwortet Landesrat Richard Theiner auf die Vorwürfe. Die Landesregierung habe die Gesundheitsdirektion von Meran beauftragt, im Rahmen der Möglichkeiten die Dienste neu zu gestalten, und es sei der Direktion ganz frei gestanden, in welcher Art und Weise sie das vornehme. „Ich gehe davon aus, dass der Betrieb für seine Patienten arbeitet, und spreche ihm diesbezüglich das Vertrauen aus“, so Theiner.
Für den Freiheitlichen Gesundheitssprecher ist es nicht tragbar, dass der Dienst am Kunden so ausgeführt werde. „Es ist letztendlich eine Schande, was im Krankenhaus Meran, welches als Schwerpunktkrankenhaus immer hoch gepriesen wird, vorexerziert wird“, resümiert Lechner seine Kritik an der Abschaffung des Nachtdienstes. Theiner will das nicht hinnehmen und verwehrt sich, dass alles als eine Sparmaßnahme abgetan werde. Es handle sich im Gegenteil um eine Optimierung. „Alle Maßnahmen zur Optimierung von Abläufen dürfen die Patientensicherheit nicht gefährden, das ist ein festes Prinzip der Neuordnung“, unterstreicht der Landesrat.


Quelle: Die Neue Südtiroler Tageszeitung vom 10.02.2010